Der Hundebomber naht!

Der Hundebomber naht!
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Mit eigens gecharterten Flugzeugen will eine schwedische Mallorca-Residentin ab März Pauschalreisen für Tierfreunde organisieren. Die Kontakte dazu hat sie bereits geknüpft.

Christina Kastin hatte schon immer einen Riecher für Trends. Als die Schwedin 1993 aus dem heimatlichen Stockholm nach Mallorca umsiedelte, gründete sie in der feinen Jaume-III.-Straße in Palma ein Unternehmen, das Websites einrichtete. Damals hatten nur verschwindend wenige Menschen auf der Insel Internetzugang. Auch Handys importierte sie – bis sie eine persönliche Krise durchstehen musste, über die sie sich nicht näher äußern will, und erst einmal Ruhe für sich selbst brauchte.

Nun ist sie mit einer neuen unternehmerischen Idee am Start, die erst einmal absurd erscheint, aber vielleicht doch funktionieren könnte: Christina Kastin will Flugzeuge chartern, in deren Kabine Tierhalter in Begleitung ihrer Hunde auf die Insel reisen können. Die Flieger sollen ab März 2017 in Stockholm, Paris, London und auch deutschen Städten starten.

„Dog Friendly“ heißt dieses Programm, es ist ein Angebot von Kastins 2007 gegründeter, auf die Nebensaison spezialisierter Online-Reise-Agentur Harmony Travels-G4D. Die Verhandlungen mit Fluggesellschaften seien schon weit gediehen, so Christina Kastin. Auch auf diversen Messen in Schweden wie der „My Dog“ in Göteborg und der „Seniormässan“ in Stockholm habe sie schon kräftig für „Dog Friendly“ geworben.

Mit Hund fliegen

Die Pauschalreisen sollen zwei bis vier Wochen dauern, auf Mallorca will Kastin dann spezielle Busse für die Tierfreunde chartern. Die Tourismus-Dezernentin von Llucmajor, Lucía Escribano, hat sie von dem Projekt bereits überzeugt. „Ich glaube fest daran, dass das funktioniert“, sagt Escribano der MZ. Sechs Hotels auf ihrem Gemeindegebiet seien bereit, die Urlauber aufzunehmen, darunter das Hilton Sa Torre, das Landhotel Son Guardiola und der Sun Club Eldorado. „Wir wissen schließlich, dass solche Gäste im Winter Gold wert sind“, sagt die Stadträtin. Auch in Artà rannte Christina Kastin – die in der Szene weniger als Tierschützerin, denn als Unternehmerin bekannt ist – offene Türen ein. Bürgermeister Tolo Gili habe dort sogar finanzielle Unterstützung zugesagt.

Zugute kommt der Schwedin dabei, dass sie die Lokalpolitiker schon seit Jahren bearbeitet, mehr für die urlaubenden Tierfreunde zu tun. Eines ihrer wichtigsten Anliegen: Hundestrände. Dass es sie mittlerweile in Pollença, Andratx oder Calvià gibt, ist auch ihrer Hartnäckigkeit zu verdanken.

Quelle: Ingo Thor bei Mallorca Zeitung

Photo c 123rf.com / damedeeso